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American Football Club Langenfeld 2011 e.V.

Der kürzliche Antrag auf ein Insolvenzverfahren ihres Dachvereines American Sports Club Langenfeld e.V. (ASC) war wohl eins der härtesten Ereignisse, dass die Langenfeld Longhorns zu verkraften hatten. Zumal es kurz vor Saisonbeginn für alle Beteiligten überraschend und völlig unvermittelt kam. Doch nach jedem Hinfallen ist es bekanntlich das Wichtigste, wieder aufzustehen. Und so wurde schnell gehandelt. Sofort nach Bekanntgabe haben sich aktive und passive Mitglieder getroffen, um zu klären, wie es zukünftig mit dem American Football-Sport in Langenfeld weiter gehen sollte. Auf keinen Fall wollte man zulassen, dass der American Football gänzlich aus Langenfeld verschwindet. Sowohl den Spielern, als auch den zahlreichen Fans der Horns zuliebe.

In der über 20-jährigen Vereinsgeschichte hat sich der American Football tief in Langenfeld verwurzelt. Die Jugendarbeit genießt weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf. Den rund 150 Football spielenden Kindern und Jugendlichen sollte die sportliche Heimat nicht genommen werden. So viel stand schnell fest. Somit war auch der Beschluss, einen neuen Verein zu gründen, schnell bei der Hand.
Nach Rücksprache mit dem Landeserband AFCV NRW e.V. bewarb sich der neue Verein als AFC Langenfeld 2011 e. V (AFC) für die Spielberechtigung der Teams mit Ausnahme der Zweitligamannschaft und ihrer Aktiven. Im Fokus stand hier, die Spielberechtigung für die vier Jugendmannschaften zu erhalten. Der neue Vorstand setzt sich zusammen aus Mario Corosidis als 1. Vorsitzenden sowie Sabine Joch als stellvertretende Vorsitzende und Julia Leissing als Geschäftsführerin.
Bis auf die ehemalige Zweitligamannschaft, welche noch vor dem Ligastart der GFL2 Nord ihre Spiellizenz an den Bundesverband AFVD zurückgab, werden sämtliche Teams weiter unter dem Namen der Langenfeld Longhorns spielen. Sportdirektor Michael Hap wird auch unter dem neuen Verein die sportlichen Geschicke leiten. Er ging davon aus, nahezu alle Zweitligaspieler zu verlieren. Doch dann geschah das Unglaubliche, denn überraschend viele Spieler halten ihrem Verein die Treue und treten auch in der 6. Liga für die Longhorns an. Allen voran Nationalspieler Daniel Berg. Eine bessere Aussage über den enorm starken Zusammenhalt in den Longhorns-Teams kann es sicher nicht geben. Insgesamt mussten die Horns nur acht Abgänge hinnehmen, obwohl alle Spieler sofort wechselberechtigt waren. Hap bemühte sich, einige seiner Schützlinge geordnet unterzubekommen, legte keinem auch nur einen einzigen Stein in den Weg und stand mit Rat und Tat zur Seite. Dass unter diesen Voraussetzungen der sofortige Aufstieg angestrebt wird, ist freilich ohne Zweifel.
Einziger Wermutstropfen: die Jugendmannschaften U19 und U14 hatten zum Zeitpunkt der erzwungenen Aufgabe des ASC e.V. bereits ihren Ligaspielbetrieb begonnen. Dem AFCV NRW blieb keine andere Wahl, als diese Teams außer Konkurrenz in ihren Ligen weiterspielen zu lassen. Somit stehen die U19 und U14 bereits als erste Absteiger fest. Da die Horns ohnehin ihren Jugendbereich neu ordnen mussten und auch die ehemalige Jugendbundesligamannschaft stark restrukturieren musste, ist dies zu verkraften. Bereits in naher Zukunft – da sind sich die neuen Verantwortlichen sicher – geht es auch mit der Jugend wieder bergauf. Schließlich sollen hier die Talente heranwachsen, die es dem AFC dauerhaft ermöglichen sollen, wieder an die Spitzenklassen des deutschen American Football-Sports anzuknüpfen.
Auch die Coaches tragen zum Weiterleben des Footballs in der jungen Stadt an alter Straße bei: durch einen Verzicht auf Aufwandsentschädigungen kann der Trainingsbetrieb am Laufen gehalten werden, um so eine gute Vorbereitung auf die beginnende Saison zu gewährleisten.
Bis heute sind über 120 Mitglieder dem AFC beigetreten und mit jedem Tag werden es mehr. So sollte es nicht lange dauern und die Langenfeld Longhorns werden diese schwere Zeit mit Bravur überstanden haben.